Wie offen sollte man mit der Diagnose Autismus im Umfeld umgehen?

Da es sich bei Autismus um eine Entwicklungsstörung handelt, welche die Wahrnehmung eines Menschen betrifft, sieht man Autisten meist nicht an, dass sie eben nicht so sind wie neurotypische Menschen. Aufgrund dessen sind sie häufig einer falschen Erwartungshaltung ausgesetzt was ihr Verhalten und ihre Reaktionen betreffen. Wenn man bereits als dem Autismus Spektrum zugehörig diagnostiziert wurde, stellt sich für manche dann die Frage, wie offen sie im Umfeld mit dieser Diagnose umgehen sollten.

Umgang mit der Diagnose „Frühkindlicher Autismus“

Frühkindlicher Autismus – auch Kanner Autismus genannt - wird, wie der Name schon sagt, in der Regel in der Kindheit eines Menschen erkannt und diagnostiziert. Je nach Person gehen individuell sehr unterschiedliche Einschränkungen, Stärken und Schwächen damit einher. Auffälligkeiten bezüglich der Sprachentwicklung sind typisch. Das erschwert für Viele die Kommunikation und soziale Interaktion.

Beim Kanner Autismus handelt es sich um eine Form des Autismus, die sich meist schwerlich vor Mitmenschen verbergen lässt. Den Leuten fällt auf, dass die Person anders ist oder sich manchmal aus ihrer Sicht betrachtet seltsam verhält. Das bedeutet unabhängig davon, ob man die Diagnose dem Umfeld mitteilen möchte oder nicht, führt im Grunde kaum ein Weg daran vorbei. Mitschüler oder Kollegen können sich nur dann auf die Besonderheiten der betroffenen Person einstellen und entsprechend reagieren, wenn sie wissen, dass die Person im AS ist und eine andere Wahrnehmung hat.

Umgang mit der Diagnose „Asperger Autismus“

Etwas anders sieht es bei Menschen aus, welche die Diagnose Asperger Autismus erhalten. Die Diagnose wird mitunter erst spät im Leben gestellt, manchmal sogar erst auf einen eigenen Verdacht und auf nachfolgende Arztbesuche hin.

Viele Asperger Autisten haben Mittel und Wege gefunden in der Gesellschaft zu funktionieren, wie es erwartet wird und die ein oder andere Eigenheit wurde nicht weiter beachtet. Gerade für diejenigen, bei denen die Diagnose erst spät im Leben erfolgt, stellt sich die Frage, ob das Umfeld wie Kollegen oder Freunde überhaupt davon wissen soll. Für manche macht es dem eigenen Empfinden nach keinen Unterschied, ob die Mitmenschen Bescheid wissen und manche möchten die Diagnose vielleicht auch für sich behalten.

Wieder andere freuen sich über die Diagnose, weil sie für sich und ihr Umfeld damit endlich eine Erklärung für bestimmte Eigenheiten haben. Individuell ist der Umgang mit der Diagnose daher in diesem Fall sehr verschieden. Manche begrüßen das Wissen und möchten es dem Umfeld mitteilen, da sich dadurch bestimmte Situationen, beispielsweise auf der Arbeit vereinfachen lassen und anderen haben nicht das Gefühl etwas ändern zu müssen, nur weil sie jetzt eine Diagnose haben.

Wie jemand mit der Diagnose Autismus umgeht ist also eng an die jeweilige Form und individuelle Lebenssituation, sowie das Bestehen einer Notwendigkeit diese mitzuteilen, geknüpft. 

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