Was für Kinder und Jugendliche mit Autismus in der Schule wichtig ist

Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Diagnose steht allein rechtlich immer ein Nachteilsausgleich zu. Was dabei aber oft vergessen wird: Viele Maßnahmen des Ausgleichs helfen nicht nur ihnen, sondern sind für alle Schulkinder gleichermaßen gut.

Lokalität

Ein wichtiger Anfang für das Optimieren des Schulalltags für Schülerinnen und Schüler mit Autismus sind das Schulgebäude selbst und dessen Benutzung. Wichtig sind vor allem Möglichkeiten, Ruhe zu finden: Etwas, dass leider nicht in allen Schulen immer gegeben ist. Daher müssen manchmal solche Rückzugsmöglichkeiten, wie beruhigte Pausenbereiche oder extra „Ruheräume“ oft erst eingerichtet werden.

Aber auch die Nutzung der bestehenden Räumlichkeiten kann besser und schlechter ablaufen: Ein stabileres Umfeld lässt sich zum Beispiel herstellen, indem man durch Raumplanung seltener das Klassenzimmer wechseln lässt, oder den Kinder Stabilität durch feste Sitzordnungen gibt. Bei Prüfungen kann es Kindern mit Autismus bei der Konzentration helfen, einen separaten Raum zu bekommen: Denn gerade hier ist ja die volle Konzentration über einen festgelegten Zeitraum wichtig.

Kommunikation

In der Schule lernen Menschen wichtige Kommunikationsfähigkeiten. Daher müssen diese gerade hier auch gefördert und unterstützt werden. Nicht nur Kinder mit Autismus profitieren dabei von klarer Sprache und dem Visualisieren von Abläufen, Plänen und Aufgaben. Klare Struktur hilft hier allen Kindern gleichermaßen. Wann immer ein Thema ins nächste übergeht, sollte dieses bewusst kommuniziert werden, um Zusammenhänge für alle deutlich sichtbar zu machen. Das alles muss dabei natürlich nicht immer rein verbal ablaufen. Im Gegenteil: Die Schule ist auch eine Gelegenheit, in Gruppen auf alternative Methoden der Kommunikation hinzuweisen und diese als Übung oder zum Spaß zu praktizieren.

Soziales

Förderung bei den sozialen Faktoren des Schulalltags ist für Schülerinnen und Schüler mit Autismus von besonderer Wichtigkeit. Soziale Kompetenz muss gefördert werden, vor allem in Gruppenarbeit. Neben einer häufig angestellten Schulbegleitung für Kinder mit Autismus ist es außerdem wichtig, dass im Lehrerkollegium feste Vertrauens- und Bezugspersonen zur Verfügung stehen.

Und um möglichen Problemen der sozialen Interaktion vorzubeugen ist außerdem die richtige Aufklärung zum Thema Autismus innerhalb der Klassengemeinschaft wichtig. Dabei sollte nicht nur auf mögliche Probleme hingewiesen werden, sondern auch auf Besonderheiten und Stärken. Eine gute Methode dieses Wissen zu vermitteln ist, indem man eine Erwachsene oder einen Erwachsenen mit Autismus einlädt, die aus eigener Sicht erzählen können und so für eine spannende und respektvolle Aufklärung der Kinder sorgen kann. Diese Aspekte beschränken sich aber nicht auf die Schüler und Schülerinnen selbst: Auch ein offener Austausch zwischen Schule und Eltern ist wichtig für eine gelungene Integration.

Alle für Alle

Die Grundlage sollte immer sein: Die Schullandschaft muss so gestaltet werden, dass sie allen Schülern gleichermaßen zugutekommt. Einzelne Schüler durch eine Spezialbehandlung oder komplette Abschottung zu isolieren, hilft am Ende niemandem. Zum Glück ist das auch gar nicht nötig. Denn durch die allermeisten Maßnahmen, die Schülern mit Autismus im Alltag weiterhelfen, haben nicht nur diese einen Vorteil, sondern auch ihre Mitschüler. Und teilweise sogar die Lehrer: Denn Alternativen zu finden kann helfen, altbekannte Muster aufzubrechen (zu beenden) und gibt die Möglichkeit, die Abläufe innerhalb der Schule flexibler und besser für alle zu gestalten.

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