Sensorisches Empfinden bei Autisten

Manche Menschen im Autismus-Spektrum haben eine individuell sehr verschiedene, sensorische Wahrnehmung, die sich von der Wahrnehmung neurotypischer Menschen unterscheidet. Im Zuge dessen reagieren sie auf Reize entweder überempfindlich oder auch unterempfindlich. Wie man sich diese Besonderheiten in der sensorischen Wahrnehmung vorstellen muss, wird im folgenden Abschnitt näher erläutert.

So werden Sinnesreize von Autisten wahrgenommen

Einige Reize, die von Menschen, welche nicht im AS sind, angenehm oder einfach neutral empfunden werden, könnten für manche Autisten nicht bloß unangenehm, sondern sogar eine richtige Qual sein. So kann ein leichtes Streicheln über die Haut bei einer autistischen Person beispielsweise Schmerzen auslösen und nicht nur ein unangenehmes Gefühl.

In diesem Fall spricht man von einer sensorischen Überempfindlichkeit. Im umgekehrten Fall werden Berührungen, die von den meisten Menschen als schmerzhaft empfunden werden, kaum oder zum Beispiel eher wie eine leichte Berührung wahrgenommen. Hierbei spricht man von einer sensorischen Unterempfindlichkeit.

Was wann und wie sensorisch wahrgenommen wird, ist von Person zu Person individuell verschieden. Zwei Autisten mit einer Überempfindlichkeit habe daher wahrscheinlich unterschiedliche Toleranzgrenzen, was bestimmte sensorische Reize betrifft. Eine Verallgemeinerung ist hier nicht möglich.

Je nachdem wie schwach zum Beispiel das Schmerzempfinden ausgeprägt ist, werden bei manchen Autisten Verletzungen gar nicht oder erst sehr spät bemerkt. Zudem werden einige Oberflächenstrukturen, beispielsweise von Stoffen bei Kleidung bei vorliegender Überempfindlichkeit kaum bis gar nicht vertragen, weil sie sich auf der Haut unangenehm anfühlen. Auch eine Empfindlichkeit bezüglich der Temperatur ist möglich. Manche können nur schwer den Wechsel von warm zu kalt erfassen und merken kaum einen Unterschied, während anderen schnell zu warm oder zu kalt ist.

Wahrnehmung innerkörperlicher Reize

Auch bei der Wahrnehmung mancher innerkörperlicher Reize können bei manchen Autisten Besonderheiten auftreten. Dies kann beispielsweise auch die Nahrungsaufnahme beeinflussen, wenn Gerüche und Geschmäcker bestimmter Speisen oder Lebensmittel abgelehnt werden, weil sie Ekel bis hin zur Übelkeit auslösen. Auch die Beschaffenheit oder die Farbe bestimmter Lebensmittel können eine heftige Abneigung bei Autisten hervorrufen.

Unter keinen Umständen sollten sie daher gezwungen werden Speisen zu essen, die sie ablehnen, da nicht bloß Unwille oder Trotz dahintersteckt, sondern ihre ganz spezielle Wahrnehmung bestimmter Reize. Etwas essen zu müssen, dass bereits durch den Geruch Ekel und Übelkeit auslöst, wäre eine echte Qual.

Die innerkörperlichen Reize können sich aber auch insofern anders äußern als bei anderen Menschen, dass zum Beispiel Schmerzen nicht zugeordnet werden können. Das bedeutet, im Falle eines Arztbesuchs aufgrund von Schmerzen, kann die betroffene Person dem Arzt nicht genau sagen wo es wehtut, weil sie die Reize nicht zuordnen kann.

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