5 prominente Namen, die vielleicht Autisten sind/waren

Nicht viele Menschen mit Autismus treten sich offen mit ihrem Anderssein identifizierend als Personen des öffentlichen Lebens in den Vordergrund. Trotzdem gibt es erwartungsgemäß viele bekannte Personen, bei denen entweder offiziell Autismus diagnostiziert wurde oder bei denen (gerade wenn Sie in einer Vergangenheit lebten, in der die Kenntnis der Symptome noch nicht verbreitet war) doch die Vermutung naheliegt, das auch sie dazu gehörten.

1.    Immanuel Kant

Immanuel Kant, einer der größten deutschen Philosophen, lebte von 1724 bis 1804. Wirklich diagnostiziert wurde Autismus bei ihm also natürlich nie. Trotzdem sprechen viele Dinge dafür, dass Kant Autist war. Vor allem sein rigoroser Tagesablauf wird hierbei häufig zitiert: So ließ er sich morgens stets um Punkt 4:45 Uhr mit immer den gleichen Worten „Es ist Zeit!“ wecken, und ging um 22 Uhr schlafen. Eine beliebte Anekdote in Philosophievorlesungen ist auch, dass die Bewohner der Stadt Königsberg nach seinen Spaziergängen die Uhr stellen konnten. Gerade seine Liebe zum Detail, sein Durchdenken von Ideen bis hin ins kleinste Detail, um komplette eigene Denksysteme zu entwickeln ist es aber, die Kant bis heute weltweit zu einem der größten Namen in der Philosophie macht.

2.    Janosch

Horst Eckert ist unter dem Namen Janosch einer der bekanntesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Sein kleiner Tiger und der kleine Bär, vor allem aber auch die Tigerente sind Kult. In einem Interview sagte Eckert: „Ich bin wirklich Autist.“ Auch wenn das nicht offiziell bestätigt ist, wäre es wohl eine Erklärung, warum der Erzählstil seiner Geschichten so erfrischend anders ist.

3.    Temple Grandin

Temple Grandin ist eine wichtige Stimme für Menschen mit Autismus weltweit. Sie gilt als eine der größten internationalen Expertinnen, was die Verhaltensbiologie von Nutztieren angeht. Ihr Autismus, der bei der heute Siebzigjährigen erst mit über 40 richtig diagnostiziert wurde, bot ihr dabei wichtige Einsichten. Sie selbst konnte als Kind schlecht mit menschlichen Berührungen umgehen und entwarf zur Selbsthilfe die sogenannte „Hug-Machine“: Eine gepolsterte Maschine, die durch den Benutzer gesteuert, gleichmäßigen Druck erzeugt. Wie eine Umarmung, die sich vollkommen gleichmäßig auf den Körper verteilt. Diese Stimulation kann helfen, Reizüberflutung vorzubeugen und wird in dieser Funktion heute auch bei anderen Autisten verwendet.

Das bildliche Denken, das Grandin auf ihren Autismus zurückführt sowie die größere Empfindlichkeit für Berührung, rechnet sie auch Nutztieren an und konstruierte entsprechende Anlagen für Viehhaltung und -transport, die beides deutlich sicherer machen als zuvor.

4.    Albert Einstein

Posthum-Diagnosen sind schwierig, aber Simon Baron-Cohen, Professor in Cambridge, ist überzeugt, dass Albert Einstein, einer der größten Physiker aller Zeiten, das Asperger-Syndrom hatte. Baron-Cohen beruft sich darauf, dass Einstein erst mit drei Sprechen gelernt und als Dozent verwirrende Vorlesungen gehalten habe. Seine Relativitätstheorie könne auf eine Begabung zurückzuführen sein, die auffällig spezifisch sei. Andere Forscher sehen in Einsteins politischem Engagement hingegen ein Indiz gegen die Diagnose.

5.    Dan Harmon

Wer seine Serien „Community“ sowie die an erwachsene gerichtete Zeichentrickserie „Rick and Morty“ kennt, der ist vielleicht wenig überrascht, dass der vor allem im englischen Sprachraum bekannte Drehbuchautor und Produzent Dan Harmon in diese Liste passt. Die Geschichte, wie das bei ihm diagnostiziert wurde, ist jedoch außergewöhnlich. „Abed“, einer der Charaktere seiner Serie „Community“ hat das Asperger-Syndrom. Er gilt weithin als positives Beispiel für die Repräsentation von Menschen aus dem Autismus-Spektrum in den Medien. Dass Harmon selbst darunterfällt, fiel ihm zunehmend erst dann auf, als er den Charakter schrieb. Im Rahmen seiner Recherche (Er wollte mit Abed eine realistische Figur darstellen und kein Klischee) bemerkte Harmon, dass viele der Anzeichen des Asperger-Syndroms auch auf ihn selbst zutrafen – was sein Arzt später bestätigen konnte.

Seine neuere Serie „Rick and Morty“ hat inzwischen Kultstatus – Unter anderem vielleicht aufgrund der surrealen Kreativität, die Harmon übertriebener vielleicht noch als Janosch in seine Figuren schreibt. 

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