5 Dinge, die man von Autisten lernen kann

Die Erscheinungsformen von Autismus sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Eines haben sie aber gemeinsam: Sie sehen die Welt nicht falsch, sondern anders. Hier sind einige Dinge, die dieses Anderssein uns lehren kann.

1. Die Welt kann man unterschiedlich wahrnehmen

In den meisten Situationen sind Menschen eine bestimmte Perspektive gewohnt, die bestimmte Details ausblendet. Das ist oft auch in Ordnung, denn im Alltag ist es hilfreich, sich auf das Relevanteste zu konzentrieren. Bei Menschen mit Autismus funktionieren diese Filter in der Wahrnehmung aber anders und ermöglichen ihnen eine einzigartige Perspektive auf die Welt.

Für Menschen ohne Autismus kann aber auch interessant sein, ihre Filter einmal bewusst zu umgehen – Es kann spannend sein, wenn man mal bewusst auf Details achtet, die sonst ausgeblendet werden. Oft erkennt man so, dass Dinge sich geändert haben, ohne dass man es bemerkt hätte. Oder gar, dass etwas in Wahrheit nie so war, wie man immer dachte.

2. Wenn einem etwas schwerfällt, ist man nicht „blöd“

Verbunden mit ihrer anderen Wahrnehmung der Welt gehen Menschen im Autismus-Spektrum natürlich auch anders mit ihr um. Für viele Menschen ist das manchmal verstörend, aber dieses Anderssein ist weder „besser“ noch „schlechter“. Im richtigen Umgang damit kann man auch Dinge über sich selbst lernen und die eigene Erwartungshaltung.

3. Es geht auch direkter

Oft vermitteln Menschen im Alltag Botschaften aus Höflichkeit nicht direkt, sondern hoffen, dass sie über ihren Kontext verstanden werden. Gerade Autisten sagen aber das, was sie meinen und mögen es nicht, wenn man sich indirekt ausdrückt. Sagt man das Eine und meint das Andere in der Hoffnung, dass über Körpersprache die Botschaft ankommt, dann ist das im Alltag zwar „normale“ Kommunikation, kann aber zu Missverständnissen führen. Menschen mit Autismus verstehen Gestik und Mimik oft nicht richtig. Selbst im Alltag stets zu sagen, was man denkt, kann auch für Neurotypen von Vorteil sein.

4. Das Bauchgefühl ist nicht immer richtig

Menschen im autistischen Spektrum entscheiden häufiger nach ökonomisch sinnvollen Kriterien, während nicht-autistische Menschen öfter auch mal dazu neigen, auf ihr Gefühl zu vertrauen. Und das auch in Bereichen, in denen das nachweislich zu schlechteren Ergebnissen führt. Auch hier können emotional agierende Neurotypen von rational denkenden Autisten lernen.

5. Menschen sind unterschiedlich

Gerade an Menschen im autistischen Spektrum kann man sehr gut sehen, wie unterschiedlich wir doch sind. Und daraus können wir einen Schluss ziehen: Wir sollten jeden, wirklich jeden Menschen erst einmal kennenlernen, bevor wir uns ein Bild von ihm machen. Es ist leicht jemanden voreilig als dumm oder unsympathisch einzustufen, wenn man immer nur auf erste Eindrücke Wert legt bzw. den Menschen nicht richtig kennt.

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