15 Typische Sprichwörter und Redewendungen erklärt

Wir kennen viele Sprichwörter und Redewendungen, aber was genau bedeuten diese? Und wo stammen sie her? Wir schauen uns ein paar Beispiele an.

1. Alles für die Katz‘

Bedeutung: Eine Arbeit oder Aufgabe, die man macht und die Mühe, die man sich dabei gibt, ist vergeblich und bringt am Ende nichts.

Herkunft: Zurückzuführen soll dieser Spruch auf die Geschichte „Der Schmied und die Katze“ des Fabelerzählers Burkard Waldis sein. In dieser Geschichte überließ der Schmied den Kunden, wie viel sie ihm für seine Arbeit zahlten. Er vollbrachte sehr gute Arbeit, nur wollte keiner zahlen und sagte lediglich „Danke.“ Also nahm sich der Schmied eine dicke Katze, hielt sie in seiner Werkstatt und jedes Mal, wenn ein Kunde nur „Danke“ sagte anstatt zu zahlen, sagte der Schmied seiner Katze: „Katz‘, das geb‘ ich dir.“ Bis die Katze verhungerte.

2. Alles in Butter

Bedeutung: Alles ist in bester Ordnung.

Herkunft: Diese Redewendung stammt aus dem Mittelalter, als Gläser von Italien über die Alpen nach Deutschland transportiert wurden. Oft gingen sie auf diesem Transportweg in die Brüche. Ein Händler hatte die Idee, die Gläser in ein Fass zu tun und flüssige Butter drüber zu gießen. Die ausgekühlte Butter wurde fest und die teuren Gläser waren geschützt. Selbst wenn ein Fass vom Wagen fiel, passierte den Gläsern nichts. Der Adel nahm sich dieser Idee an, denn wenn damals Adelige von Hof zu Hof zogen, kam der ganze Haushalt mit. Das Porzellan und die Gläser wurden dann in Fässer mit Butter gepackt und bei jeder Ankunft wurde dann gefragt: „Ist noch alles in Butter?“

3. Aller guten Dinge sind drei

Bedeutung: Alles, was zum dritten Mal getan wird, kann nur gut gehen.

Herkunft: Dies ist oftmals eine Rechtfertigung. Die Zahl drei hatte große Bedeutung im germanischen und mittelalterlichen Rechtswesen. Damals wurden Volks- und Gerichtsversammlungen drei Mal im Jahr abgehalten und jeder Angeklagte wurde drei Mal eingeladen, bevor er in seiner Abwesenheit verurteilt wurde.

4. Einen Kater haben

Bedeutung: Es geht jemandem sehr schlecht nach zu viel Alkohol oder nach einem Rausch.

Herkunft: Wer bei dem Spruch an das Tier denkt, liegt daneben, denn der Ursprung ist auf „Katarrh“, eine Schleimhautentzündung, zurückzuführen. Da die Symptome für die Schleimhautentzündung und die Folgen von zu viel Alkohol oder Rauschmitteln ähnlich sind, wurde einfach „Ich habe einen Katarrh“ gesagt. Daraus wurde mit der Zeit „Kater“, möglicherweise wegen der sächsischen Aussprache.

5. Einen vom Pferd erzählen

Bedeutung: Wird dann genutzt, wenn man zum Ausdruck bringen will, dass jemand lügt.

Herkunft: Diese Redewendung hat ihren Ursprung in der Geschichte Trojas. Das berühmte Trojanische Pferd, in dem sich Odysseus mit seinen Leuten versteckt hatte. Die Trojaner glaubten, die Griechen hätten den Kampf aufgegeben und brachten das hölzerne Pferd in ihre Stadt, nachdem Sinon, ein verletzter Grieche, den Trojanern erzählt hat, dass es Unglück bringen würde, wenn sie das Pferd zerstören, denn es sei eine Opfergabe für die Göttin Athena. Die Trojaner glaubten diese Geschichte und brachten das Pferd in die Stadt. Während der Nacht stieg Odysseus mit seinen Kriegern aus dem Pferd und nahmen so Troja ein. Das war eine „Geschichte vom Pferd“.

6. Etwas durch die Blume sagen

Bedeutung: Jemand deutet etwas nur an, sagt etwas ganz vorsichtig und indirekt.

Herkunft: Diese Redewendung kann man auf die englische Schriftstellerin Mary Wortley Montagu (1689 – 1772) zurückführen. Vor allem im 18. Jahrhundert wurde die „Sprache der Blumen“ popularisiert und so konnte man durch die Blumenart, die Farben und Anzahl ganze Geschichten erzählen und seine Gefühle zum Ausdruck bringen. Bereits die Römer nannten eine kunstvoll gedrechselte sprachliche Zierart „flosculus“, was übersetzt „Blume“ bedeutet – woher der Ausdruck „Floskel“ stammt. Sagt man hingegen etwas „unverblümt“ und „nimmt kein Blatt vor den Mund“, dann spricht man sehr direkt und ohne Rücksicht auf die Gefühle des Gegenübers.

7. Geld auf den Kopf hauen

Bedeutung: Dies sagt man, wenn jemand sehr verschwenderisch mit Geld umgeht und dieses leichtfertig ausgibt.

Herkunft: Als vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die territoriale und staatliche Zersplitterung der deutschen Länder auf ihrem Höhepunkt war, prägte jeder einfach selbst seine Münzen. War es davor üblich, dass nur die mächtigen sächsischen und bayerischen Fürsten und Könige dieses Recht hatten, hielt sich dies nicht während der Zersplitterung. Jeder ließ eigene Münzen anfertigen, die unterschiedlich groß und schwer waren. Damals wie heute war auf einer Seite ein Portrait zu sehen und auf der anderen der Wert. Um schneller den Wert zu sehen, war es üblich, das Portrait nach unten zu legen und den Wert nach oben. So haute man bildlich "das Geld auf den Kopf".

8. Hand und Fuß haben

Bedeutung: Etwas vorhaben, was solide und gut durchdacht ist.

Herkunft: Auch dieser Spruch stammt, wie viele andere, aus dem Mittelalter. Ein gesunder, intakter Körper bedeutete, dass jemand voller Belastbarkeit standhalten konnte. War man in irgendeiner Form eingeschränkt und konnte aus körperlichen Gründen weder auf ein Pferd steigen noch ein Schwert führen, bedeutete dies komplette Hilfslosigkeit und Abhängigkeit. Bereits im 16. Jahrhundert wurde diese Redensart verwendet.

9. Hochmut kommt vor dem Fall

Bedeutung: Wird dann gesagt, wenn sich jemand überschätzt, überheblich ist, arrogant ist und diese Eigenschaften und das Vorhaben zum Scheitern verurteilt sind.

Herkunft: Die Redensart stammt aus der Bibel und hieß ursprünglich „Stolzer Mut kommt vor dem Fall“.

10. Jacke wie Hose sein

Bedeutung: Dies sagt man, wenn einem alles vollkommen egal ist.

Herkunft: Verwendet wird diese Redensart seit dem 17. Jahrhundert. Damals wurden Hosen und Jacken aus unterschiedlichen Stoffen gefertigt und nicht aus dem gleichen, wie wir das heute von Hosenanzügen kennen. Als Schneider dann im 17. Jahrhundert anfingen, den gleichen Stoff für Jacke und Hose zu nutzen, wurde auch diese Redensart üblich.

11. Jemandem das Handwerk legen

Bedeutung: Jemanden daran hindern, eine (meist illegale) Tätigkeit auszuüben.

Herkunft: Wie das Sprichwort schon andeutet, stammt dieses aus dem Handwerk. Früher waren Handwerker in einer Zunft, heute ist es die Innung. Wenn ein Handwerker gegen eine Regel verstößt, bekommt er ein Berufsverbot und ihm wird so „das Handwerk gelegt“.

12. Von etwas Wind bekommen

Bedeutung: Etwas erfahren; vor allem etwas, was man nicht unbedingt wissen sollte.

Herkunft: Diese Redewendung stammt vermutlich aus der Jagd. Beim Jagen ist Wind ungünstig, denn durch den Wind können Tiere Menschen besser wahrnehmen, da der Wind Gerüche transportiert. Wittern Tiere einen Menschen, sind sie gewarnt und fliehen. Wind macht somit das Jagen schwer. Bekommt man also Wind von etwas, dann erfährt man etwas, was man nicht erfahren sollte.

13. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

Bedeutung: Heißt, dass man anderen nicht die Fehler, Taten und Eigenschaften vorwerfen sollte, die man selbst besitzt.

Herkunft: Das Sprichwort ist Deutsch, die Herkunft ist allerdings unbekannt.

14. Wie auf Rosen gebettet sein

Bedeutung: In vollem Luxus sein und seine Wünsche erfüllt zu bekommen.

Herkunft: Diese Redewendung stammt vermutlich von den Griechen und Römern, denn damals waren Rosen sehr angesehen und ein Luxusgut. Möglicherweise geht die Redewendung auf den Brauch der Römer zurück, die im Liegen aßen und dabei vielleicht tatsächlich auf Rosen gebettet waren.

15. Zu allem seinen Senf dazu geben

Bedeutung: Jemand tut zu allem, ob gefragt oder nicht, seine Meinung kund.

Herkunft: Laut diversen Historikern stammt diese Redewendung aus dem 17. Jahrhundert. Damals galt: Egal zu welcher Mahlzeit man Senf dazu tut, dass Essen schmeckt viel besser. Sogar zu Kuchen wurde Senf dazugegeben. So entstand die Redewendung „Zu allem seinen Senf dazu geben“, auch wenn er vollkommen unnötig ist und sogar gar nicht zum Essen passt.

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